Entstehungsgeschichte des Klosters auf der Insel Werd

Aus dem Begriff "Ward", Insel, ist der Name Werd entstanden, die Bezeichnung für Flussinsel.
Die kleine Rheininsel am unteren Fusse des Bodensees hat eine bedeutende Vergangenheit. Früheste Spuren führen bis zu der Zeit der Pfahlbauer zurück, deren Zeugnis, eine Bronzesiedlung, 1932 ausgegraben wurden. Auch die Römer hatten hier eine grosse Siedlung, die grösste sogenannte Zivilsiedlung im Kanton Thurgau, wovon eine Auswahl von Fundstücken in einer Vitrine auf der Insel Werd ausgestellt sind. Erst seit der zweiten Hälfte des achten Jahrhunderts sind wieder geschichtliche Nachweise verfügbar.
 
Der erste Abt des Klosters Sankt Gallen, Otmar, starb 759 auf der Insel Werd, nachdem er als Sträfling der Franken hierher verbannt worden war.
Der Abt wurde auf der Insel beigesetzt, jedoch zehn Jahre später von den Mönchen aus Sankt Gallen in ihr Kloster zurückgeholt und ein zweites Mal beerdigt.
 
Im Jahre 864 wurde Otmar in Sankt Gallen durch Bischof Salomon von Konstanz heiliggesprochen. Auf der ehemaligen Grabstätte  entstand im 10. Jahrhundert eine Kapelle. Zur gleichen Zeit schenkte der Kaiser Otto I. Die Insel Werd dem Kloster Einsiedeln. In dem im 12./13. Jahrhundert angefügten Priesterhaus fanden nun die Geistlichen von Eschenz eine Wohngelegenheit.
 
Dem Erzbischof Raymund Netzhammer von Bukarest als Asyl diente. Zeitgleich wurde die Kapelle neu renoviert, jedoch die Malereien an den Wänden aus  dem 14. Jahrhundert beibehalten.
Zwei Jahre später wurde ein ca. 200 Meter langer Steg von Eschenz zur Werd errichtet, der die Insel für immer mit dem Festland verbinden sollte.
 
Seit 1957 leben die Franziskaner als Pächter auf der Insel Werd.
Die Kapelle ist tagsüber für alle zugänglich und am Mittwochmorgen findet darin der wöchentliche Wallfahrtsgottesdienst statt.

 
 
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