25. Januar
Bekehrung des Paulus
Er heißt eigentlich Saul. Er ist Sohn jüdischer Eltern aus Tarsus in Kleinasien (heute Türkei) "mit römischem Bürgerrecht". Er ist Jude ("jüdischer Theologe", der bei dem angesehenen Gamaliel studiert hatte), aber in einer griechisch-bürgerlichen Umgebung aufgewachsen. Er beherrscht die griechische Sprache.
Saul ist ein engagierter Christenverfolger der ersten Stunde. Die Bibel erzählt, er habe beim Tod des Stephanus, der zu Tode gesteinigt wurde, die Kleider der Steiniger bewacht.
Eine wunderbare Begegnung mit dem auferstandenen Jesus vor Damaskus verändert sein Leben von Grund auf; er wird Christ, Apostel, Missionar; vor allem auch sein Drängen bringt die junge Kirche dazu, die geistigen und räumlichen Grenzen zu sprengen und das "Wurzelland Israel", in dem die junge Kirche theologisch und mentalitätsmäßig "zuhause" war, zu verlassen und die Heidenmission voranzutreiben.Missionsreisen führen ihn durch die ganze damals bekannte Welt: Syrien, Griechenland, Italien, Spanien.
Der Schwerpunkt seiner Glaubensverkündigung ist die Gnade. Gnade ist ein anderes, ein theologisches Wort für die Liebe Gottes zu den Menschen. Diese Liebe allein und nichts anderes läßt den Menschen leben, macht ihn wieder heil, rettet ihn. Auf diese Liebe hat der Mensch keinen Anspruch. Er kann sie sich weder verdienen noch durch Leistung erschleichen; Gott liebt die Menschen nicht aufgrund ihrer "guten Taten", sondern einfach weil er ein guter, menschenfreundlicher Gott ist.
Paulus findet den Tod in Rom unter Kaiser Nero. Er ist Patron der Theologen und Korbmacher.
3. Februar
Blasius
ist einer der 14 Nothelfer und war Bischof von Sebaste (Armenien). Nach einer Legende hat er in einer Höhle gewohnt, wo er von wilden Tieren, Löwen, Tigern und Bären bewacht wurde. Aus dieser Einsiedelei heraus leitete er sein Bistum. Während der Christenverfolgung wird er - trotz seiner tierischen Leibwache- verhaftet und um 316 als Märtyrer enthauptet.
Er soll im Gefängnis einen Jungen, der eine Fischgräte verschluckt hatte, durch Gebet vor dem Erstickungstod gerettet haben. Auf dieses volkstümliche Wunder geht der Brauch des Blasiussegens zurück. Am Gedenktag des Hl. Blasius wird ein Segen mit zwei gekreuzten Kerzen gespendet, der vor Halsschmerzen, Ersticken und anderen Halserkrankungen schützen soll.
In solchen Segnungen wird die Erlösung für Leib und Geist deutlich, die die christliche Religion jedem Menschen verheißt.
22. Februar
Kathedra Petri
Simon Petrus aus Bethsaida, einem Fischerdorf am See Genezarth. Er ist Bruder des Andreas. Gemeinsam mit ihm beruft Jesus sie in seine Jüngergruppe. Sie gehören zu den zwölf Aposteln. Petrus ist verheiratet. Die Heilung seiner Frau vom Fieber durch Jesus ist dessen erstes Wunder. Petrus war durch und durch Handwerker, kein Theologentyp, kein Wissenschaftler.
Von Jesus erhält er den Namen "Petrus" (Fels) und einen besonderen Auftrag im Apostelkreis ("Du stärke Deine Brüder"); diese herausgehobene Stellung des Petrus ist mitbegründend für die besondere Stellung aller späteren Nachfolger Petri in Rom,den Päpsten, die sie von anderen Bischöfen unterscheidet.
Petrus gilt als Heißsporn. Typisch für ihn, daß er bei der Verhaftung Jesu gleich mit dem Schwert dreihaut; andererseits aber ist er es auch, der Jesus nach dessen Gefangennahme verrät; er bereut den Verrat; später reist er nach Rom und stirbt dort unter Nero den Märtyrertod (er wird -Jesus zum Spott- kopfüber gekreuzigt). Sein Grab befindet sich unter der Peterskirche in Rom.
Er ist Patron der Päpste und Brückenbauer (=Pontifex, einer der Titel des römischen Bischofs), aber auch Patron der Reuigen und Büßenden.
24. Februar
Matthias, Apostel
Von Matthias gibt es wenig sichere Nachrichten; für Judas wurde er als Nachrücker in das Apostelkollegium gewählt. Er soll später den Glauben in Äthiopien verkündet haben.Seine Reliquien sollen durch Unterstützung Helenas, der Mutter Kaiser Konstantins, durch Bischof Agritius von Trier nach Trier gebracht worden sein.
Er ist Patron des Bistums Trier, zudem der Bauhandwerker, Schreiner, Schmiede, Metzger, Zuckerbäcker, Schneider.
19. März
Josef
ist nach dem Bericht des Neuen Testamentes der Bräutigam Marias. Er erfährt durch einen Engel, daß die Schwangerschaft Marias von Gott gewollt ist (Mt 1,18-25). Die Bibel berichtet weiter, daß Josef bei der Geburt zugegen war und mit dem Kind und seiner Mutter vor dem Zugriff des Herodes nach Ägypten geflohen ist (Mt 2,13-15, s.o. 3.2.4., S. 58 f) und daß er die Vaterrolle für Jesus eingenommen hat. Weil nach der Tradition Maria jungfräulich gelebt hat, wird Josef der "Bräutigam der Gottesmutter" genannt. Die christliche Tradition sieht Josef als treuen, selbstlosen Mann, der sich nicht in den Vordergrund drängt.
Entstehung des Festes
Die Verehrung des heiligen Josef entwickelt sich im Mittelalter. Der 19. März als Datum findet sich zuerst im 12. Jahrhundert. 1870 erklärt Pius IX. Josef zum Schutzpatron der ganzen Kirche.
Elemente, Bilder, Brauchtum
Josef ist ein häufiger Vorname unter Katholiken. In Gegenden, wo der Namenstag gefeiert wird, hat der Tag seine Bedeutung in Familien und Bekanntenkreisen. Josef ist, entsprechend seinem von der Bibel überlieferten Beruf, als Zimmermann der Patron der Zimmerleute und Holzfäller.
Ideen für Beiträge und Sendungen
In der Gestalt des Josef spiegeln sich Züge des Katholizismus wider, die auch heute das Denken und Fühlen prägen. Die Darstellung des sozialpsychologischen Charakters der Katholiken könnte von der Gestalt des Josef ausgehen. Eine bestimmte Epoche hat in Josef ihr Idealbild gesehen, dem einfachen, frommen Mann, der ohne Aufhebens seine Aufgabe erfüllt.
25. April
Markus
ist ein zum Christentum bekehrter Jude. Er begleitet den Barnabas und Paulus auf deren Missionsreisen. Während der Gefangenschaft des Paulus ist er ebenfalls in Rom anwesend. Später gründet er die Kirche von Alexandrien. Markus gilt als Verfasser des gleichnamigen Evangeliums. Er ist Patron der Glaser, der Bauarbeiter, der Notare und Schreiber.
24. Juni
Johannes der Täufer
war nach der Heiligen Schrift Sohn der Elisabeth und des Zacharias. Er gilt als der unmittelbare Ankündiger und Prophet Jesu. Er lebt als Asket in der Wüste und verkündet dann am Jordan die Bußtaufe; er verlangt eine innere Umkehr und kündet das Kommen des erhofften Messias an.
Die Kirche sieht in ihm den letzten großen Propheten der biblischen und altjüdischen Tradition. Wegen seiner harten Kritik an der königlichen Familie wird er verhaftet und enthauptet.
Das Neue Testament berichtet von einem direkten Zusammentreffen Johannes mit Jesus: Er tauft Jesus am Jordan, wobei die besondere Sendung Jesu und seine Götlichkeit zum ersten Mal "öffentlich offenbar" werden. So zumindest schildern es die Evangelien: "Eine Stimme vom Himmel rief: Dies ist mein geliebter Sohn, an ihm habe ich mein Wohlgefallen".
Historisch gesehen geht man allerdings davon aus, daß es nicht zu einem solchen direkten Treffen gekommen ist - hier vermischt sich die nachösterliche Hoffnung und Glaubensgewißheit mit der prophezeiten und in der Schrift festgehaltenen Naherwartung des Messias sowie ein grundsätzlich anderes Geschichtsverständnis (im Vergleich zu unserer heutigen Geschichtsauffassung).
Vielleicht ist sein Hinzeigen auf den Erlöser der Grund, warum sich der Johannistag als geeignet erwies, das alte keltische Sonnenwendfest, den Tag des Sieges der Sonne und des Lichtes über Dunkelheit und Tod, christlich zu überformen.
3. Juli
Thomas
Apostel. (Attribute: Schwert, Lanze, Winkelmaß) Berühmt wurde er durch seine Zweifel an der Auferstehung Jesus und sein Verlangen, sozusagen "handgreiflich" die Auferstehung zu überprüfen. Vielleicht gerade dewegen haben Volksfrömmigkeit und Legende ihn so nah an Jesus herangerückt, daß er sogar als dessen Zwillingsbruder angesehen wird, Jesus in Aussehen und Schicksal ähnlich. Später soll er in Indien den Glauben verkündet haben. Noch heute nennt man die dortigen Christen Thomaschristen. Er soll in Madras (Indien) den Märtyrertod (mit dem Schwert oder Lanzenstich) erlitten haben. Er ist Patron der Maurer, Architekten, aller Bauleute und Zimmerleute, der Feldmesser und - wohl wegen seiner Zweifel- Patron der Theologen.
25. Juli
Jakobus
Älterer Bruder des (Evangelisten) Johannes. Jakobus hat als erster der Apostel den Martertod erlitten. Sein Leib wurde überführt nach Santiago de Compostella, das danach wohl zu einem der größten Wallfahrtszentren des Abendlandes wurde. Durch ganz Europa führen feste Wallfahrtswege dorthin.Bauernregel:Gegen Margareten und Jakobendie stäärksten gewitter toben.
24. August
Bartolomäus
Bartholomäus (=Sohn d.Landreichen) (Attribut: Messer, Buch) ist einer der Apostel. Nach dem Tod Jesu verkündet er den Glauben in Persien (und möglicherweise auch in Indien) Er erleidet den Märtyrertod auf recht brutale Weise: Man zieht ihm bei lebendigen Leib die Haut ab. Er mit einem Messer dargestellt (Häutung) und einem Buch (für Apostel). Er ist Patron aller Berufe, die mit Leder zu tun haben (Hirten, Gerber, Schuhmacher...)
Bauernregel: "Regen an St.Bartolomä tut den Reben bitter weh."
21. September
Matthäus
Matthäus (=Geschenk Gottes) ist einer der Apostel. Er gilt bis in unsere Tage als identisch mit dem Evangelisten und dem Zöllner Levi. Daher ist er auch Patron der Zöllner, Steuer-u.Zollbeamten, Wechsler und Buchhalter.
18. Oktober
Lukas
Heidnischer Arzt aus Syrien (vermutlich aus Antiochien), Gefährte des Paulus auf dessen Missionsreisen. Verfasser des nach ihm benannten Evangeliums und der Apostelgeschichte. Aus seinen Schriften läßt sich sein Interesse deutich erkennen, das Heil, das in Jesus auf die Welt gekommen ist, als "universal" darzustellen, nicht einzugrenzen durch nationale, rassische oder religiöse Barrieren. Gottes Heils- und Erlösungswillen kennt keine Grenzen und: "Gott geht seinen Weg!", das verdeutlicht die Apostelgeschichte, die zeigt, wie geradezu unaufhaltsam die Verkündigung ins Herz- und das Machtzentrum der damaligen Welt (Rom) vorstößt.Wegen der Schilderung Mariens in den ersten Kapiteln seines Evangelium gilt er als "Marienverehrer" und wird oft als Maler von Marienbildern dargestellt. Er ist Patron der Ärzte und Chrirurgen, sowie der Maler, Glasmaler, Buchbinder, generell aller Künstler.
28. Oktober
Simon
Apostel. Beiname "der Eiferer" (er hatte der politisch radikalen Bewegung der Zeloten angehört).
Judas
Apostel. Judas Thaddäus war Sohn des Jakobus und nicht identisch mit Judas, dem Bruder des Simon. Er wird im Neuen Testament kaum erwähnt. Judas ist ein beliebter Volksheiliger und wird in schweren Nöten angerufen.
Judas und Simon sind die Patrone von Goslar.
Bauernregel: Simon und Juda die zwei, führen oft Schnee herbei.
11. November
Martin
ist Ungar und römischer Soldat; seine Familie ist heidnisch. Der Beruf des Vaters hatte sie nach Pavia in Norditalien verschlagen. Mit zwölf Jahren bittet er - gegen den Willen seiner Eltern - um Aufnahme in die Gruppe der Katechumenen, also jener, die sich in einer Vorbereitungszeit auf die Taufe in den Glauben einüben. Diese Zeit dauerte bei Martin 6 Jahre!
Mit 15 Jahren hatte er jenes legendäre Erlebnis, das Martin weltberühmt machte: Die Begegnung mit dem frierenden Bettler, mit dem er aus Mitleid seinen Mantel teilt und in dem er in einer späteren Vision Jesus wiedererkennt. Dies soll am Stadttor von Amiens geschehen sein.
Er ist Schüler des Hilarius von Poitiers. In den arianischen Streitigkeiten muß Hilarius fliehen; auch Martin verläßt Poitiers und zieht sich in der Nähe von Genua in eine Einsiedelei zurück: so erfüllt er sich einen Jugendtraum. Als er später mit Bischof Hilarius nach Poitiers zurückkehren muß, errichtet er in der Nähe von Poitiers 361 das erste Kloster Galliens, um sich auch hier ein Stück der ersehnten insamkeit zu retten (Kloster Liguge; bekannter ist seine zweite Gründung: Das Kloster Marmoutier (375) in der Nähe von Tour).
Er wird Bischof von Tour (371) auf Drängen des Volkes, mit Vorbehalten seitens des Klerus und auch eigentlich gegen seinen Willen. Aggression und Aversion seiner "Amtsbrüder" sollte ihn durch die Jahre begleiten. In dem Aufschwung staatlicher Unterstützung seit der konstantinischen Wende, waren Kirche und Geistliche mit Gütern, Privilegien und Einfluß beschenkt worden. Das hatte viele bequem gemacht und abhängig. Ein so bescheidener und frommer Mann paßt da nicht ins Konzept. Beim Volk jedoch war er beliebt als ein gerechter, treusorgender Vater. Ihn zeichneten Demut und Frömmigkeit aus.
Er ist Patron der Bistümer Mainz und Rottenburg, sowie der Armen, Bettler, der Reisenden.
30. November
Andreas
Der Apostel Andreas ist Bruder des Simon Petrus. Vor seiner Berufung durch Jesus Anhänger des Johannes des Täufers. Nach dem Tod Jesu Glaubensverkündigung u.a. in Griechenland. Dort findet er den Tod durch Kreuzigung an einem schrägen, x-förmigen Kreuz, dem "Andreaskreuz".Patron Rußlands und auch Schottlands. Aber auch der Fischer und Fischhändler und gilt als zuständig für Eheglück, Eheanbahnung, Kindersegen. Früher hieß es, heiratswillige Mädchen könnten in der Andreasnacht den Zukünftigen im Spiegel sehen.Bauernregel:Andreasschneetut Korn und Weizen weh.
4. Dezember
Barbara
Am Barbara-Tag werden Zweige von Kirschbäumen oder anderen Obstbäumen abgeschnitten und in Wasser gestellt, damit sie Weihnachten blühen. Die blühenden Zweige sollen wohl ursprünglich versinnbildlichen, daß das Leben über den Winter hinübergerettet wird.
Barbara (Attribute: Turm, Kelch mit Hostie haltend) soll eine Märtyrerin gewesen sein. Historisch eher unwahrscheinlich, aber nichts desto trotz eine der bekanntesten christlichen Heiligenfiguren. Nach der Legende wurde sie von ihrem heidnischen Vater in einen Turm geschlossen, weil er auf seine bildschöne und verführerisch junge Tochter eifersüchtig war und am Heiraten hindern will. Barbara läßt sich während der Vater auf Reisen ist- im Bad ihres luxuriös eingerichteten Turmes taufen. Der heimgekehrte Vater -ebenso fanatisch wie eifersüchtig- will sie wegen dieses Glaubensabfalles gleich umbringen lassen. Auf wunderbare Weise findet sie Durchschlupf aus dem Turm und flieht. Ein Hirt verrät ihren Aufenthalt in einer Höhle, der dafür zur Strafe von Gott in einen Mistkäfer verwandelt wird. Barbara wird vor Gericht geschleppt und dazu verurteilt, sich nackt auf dem Markt den Blicken der Leute preiszugeben. Auf ihr Gebet hin bedeckt Gott sie aber mit Wolken und Nebel. Daraufhin soll sie enthauptet werden. Der rachsüchtige Vater selbst möchte das Urteil vollstrecken. Ihn trifft dafür der (Blitz-)Schlag und er verbrennt. Schon Bald nach ihrem Tod wird Barbara Mittelpunkt der Verehrung.
6. Dezember
Nikolaus
(=der Volksbesieger) war Bischof von Myra (?). Er ist einer der beliebtesten Volksheiligen mit vielen legendären Erzählungen, die vor allem seine menschenfreundliche und hilfsbereite Art bezeugen. In einer verarmten Familie kann er durch gezielte Geldgeschenke, die er heimlich durchs Fenster wirft, verhindern, daß der Vater seine drei Töchter zur Prostitution schicken muß; drei zu Unrecht zum Tod Verurteilte rettet er, indem er im Traum dem Kaiser erscheint und die Sache klärt. Um ein in Seenot geratenes Schiff zu retten, begibt er sich flugs an Bord, stillt den Sturm und bringtdas Schiff sicher in den Hafen ...Kein Wunder, daß er als Retter in (fast allen) Schwierigkeiten gilt. Dieses Heiligen wird am 6.Dezember gedacht. Die Volksfrömmigkeit hat diesen Tag mit seinem Brauchtum (Kinder werden beschenkt) besonders liebevoll bedacht.
26. Dezember
Stephanus
In Deutschland ist durch den sogenannten 2. Feiertag der Gedenktag des heiligen Stephanus, des ersten Märtyrers, besonders ins Bewußtsein gerückt. Dieser Tag ist in der Liturgie nicht weihnachtlich geprägt, vielmehr steht der Bekennermut des Diakons Stephanus im Vordergrund.
Die Gerichtsverhandlung, seine Verteidigungsrede und seine Hinrichtung werden in der Bibel selbst überliefert (Apg 6,8 - 8,11). Einer der ersten Diakone der urchristlichen Gemeinde in Jerusalem (es gab sieben von ihnen, die zugleich für die Glaubensverkündigung zuständig waren als auch für die sozialen Belange der Gemeinde. Sie hatten den Rang von Gemeindeleitern, die in ihrer Bedeutsamkeit nahe an die Apostel heranreichten.) Lukas schildert in der Apostelgeschichte Stephanus als einen begnadeten Redner, dessen Verteidigungsrede am Marterpfahl seine Ankläger in ohnmächtiger Wut mit den Zähnen knirschen lassen.
Um seines Glaubenswillen wird Stephanus schließlich gesteinigt; bei seiner Ermordnung ist auch Saulus, der spätere Paulus (Apostel) anwesend. Er bewacht die abgelegten Kleider der Steiniger. Es waren wohl nicht zuletzt die Umstände seiner Ermordung, die die junge christliche Gemeinde mit Jerusalem brechen lies und sie veranlaßte, sich "in alle Welt" aufzumachen.
27. Dezember
Johannes
Sohn des Zebedäus und der Salome, Bruder des älteren Jakobus, vor seiner Berufung zum Apostel war er Anhänger Johannes des Täufers und wurde dann Lieblingsjünger Jesu. Die Bezeichnung "Lieblingsjünger" hat ihm in der darstellenden Kunst oft das Image eines süßlichen und verweichlichten jungen Mannes gegeben. Er ist Fischer mit einem energischen und aufbrausenden Charakter, der im den beinamen "Donnersohn" einbrachte. Später wirkte er in Ephesus(?), wo -vielleicht auch im Kreise seiner Schüler, die er dort um sich gesammelt hatte- das Johannesevangelium entstand. Er wurde sehr alt. Unter Domitian wurde er auf die Insel Patmos verbannt, wo er die Geheime Offenbarung schrieb.Wegen seiner "hohen Theologie", die in seinem Evangelium erkennbar wird, wird er mit einem Adler dargestellt.Adler Buch Federkiel SchlangeMit dem Fest des Apostels Johannes am 27.12. ist der Brauch einer Weinsegnung verbunden. Es gibt eine Legende, daß Johannes, ohne Schaden zu nehmen, einen Becher vergifteten Weines getrunken habe.
31. Dezember
Silvester
Papst Silvester I.(314); in seine Regentschaft fällt die sogenannte "konstantinische Wende" (Christentum wird Staatsreligion). Er hat die Aufgabe die Kirche auf diese neue Situation organisatorisch und spirituell einzustellen. Sicherlich eine heikle Geschichte, da einerseits der Kaiser mit der Ernennung des Christentums zur Staats-Religion durchaus seinen eigenen Interessen zuarbeitete; zum anderen weil der römischen Kirche und dem römische Bischof nun eine besondere Stellung zuwuchs und zum Dritten, weil die Situation der plötzlichen Freiheit und Begünstigung nach langen Jahren der Verfolgung und Diskriminierung nicht leicht zu verkraften war. gest. 31.12.335